Friedensaktion der Metall-Innung Kronach; Schmieden für den Frieden

Ein Zeichen will die Metall-Innung Kronach mit einer außergewöhnlichen Friedensaktion setzen, bei der weltweit möglichst viele Friedenstauben zu einem metallenen Gesamtkunstwerk verschmelzen.

Wallenfels

Durch Kontakte zu dem bekannten Kunstschmied Tom Carstens, der aus dem südbayerischen Raum stammt, wurde der stellvertretende Innungsobermeister Andreas Behrschmidt auf dessen Projekt „Grenzenlos“ aufmerksam. Der Wallenfelser Metallgestalter, der selbst schon viele Kunstobjekte geschaffen hat, lud nun zusammen mit Innungsobermeister Alfred Föhrweiser die Mitgliedsfirmen der Kronacher Vereinigung zu einer gemeinsamen Aktion ein. Unter dem Motto „Schmieden für den Frieden“ will man der besonderen politischen Situation mit dem Symbol der Friedenstaube begegnen und gleichzeitig das Projekt von Carstens unterstützen. Immerhin acht Mitglieder der Metall-Innung, folgten der Einladung zu der in Oberfranken bislang einmaligen Aktion. Den Rahmen dafür bot der örtliche  Metallbaubetrieb Dimitri Hoffmann, der in seiner Werkstatt zwei Essen, mehrere Ambosse und das notwendige Werkzeug bereitstellte. Die 20 cm großen und etwa 350 Gramm schweren metallenen Rohlinge stellte das Projekt „Grenzenlos“ zur Verfügung. Im „Herd des Metallbearbeiters“, wie man die Esse auch gerne nennt, wurde das Eisen im Schmiedefeuer auf bis zu 1.100 Grad erwärmt, so dass es goldgelbglühend leuchtete. Anschließend formten die Teilnehmer das jeweilige Werkstück mit Hilfe von Zangen und Setzhämmern über dem Amboss.

Als „genau den richtigen Zeitpunkt“ bezeichnete Bürgermeister Jens Korn, der selbst Hand anlegte und eine Friedenstaube gestaltete, die Aktion. Treffender könne man seine persönliche Sorge um den Frieden in der Welt nicht darstellen, als wie mit einer Taube. Der Krieg sei nach Europa zurückgekehrt, diesmal aber in einer neuen Qualität. Das stabile Weltgefüge, dass wir über Jahrzehnte hatten, gerate in Gefahr, so Korn. Es gelte, in den unsicheren Zeiten ein Signal zu senden. Gleichzeitig sei die Aktion aber auch eine gute Gelegenheit, unser lebendiges Handwerk in der Region wahrzunehmen und dessen fachliches Können zu schätzen. Mit Hilfestellung und gutem Rat des Fachmanns Behrschmidt formte der Bürgermeister eine flügelschlagende Friedenstaube. Auf das Ergebnis seiner Schmiedearbeit war das Stadtoberhaupt sichtlich stolz. Neben Jens Korn übten sich weitere Freunde und Bekannte in der kreativen Gestaltung ihrer Friedenstaube. Immerhin 16 der symbolträchtigen Tierfiguren machen sich nun auf die Reise nach Degerndorf im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

 

Projekt „Grenzenlos“

Der mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Kunstschmied Tom Carstens lebt mit seiner Frau Franziska in der Nähe vom Starnberger See. Ihnen beiden ist es seit vielen Jahren ein Anliegen, auf die negativen Veränderungen in der Welt aufmerksam zu machen. Schon seit dem ersten Ukraine-Konflikt im Jahr 2014 setzen sie sich insbesondere für den Frieden ein. Im Projekt „Grenzenlos“ soll aus etwa 1.000 Friedenstauben eine etwa 2,10 Meter im Durchmesser große Skulptur in Form eines Peace-Symbols entstehen. Wann es final so weit sein wird, ist noch unklar. Aber es wird ein besonderes Friedenszeichen werden, so Carstens. Viele seiner Berufskollegen wie Andreas Behrschmidt, sind seinem Aufruf bereits gefolgt und bringen sich in diese Aktion mit ein. Weitere Informationen und die Fortentwicklung des Projektes sind im Internet unter folgendem Link zu finden: https://www.tomcarstens.de/friedensprojekt-grenzenlos .

Text und Fotos: Jürgen Schlee

Sichtlich zufrieden zeigte sich das Stadtoberhaupt mit dem Ergebnis seiner Handwerkskunst.

Metallgestalter Andreas Behrschmidt erläutert Jens Korn die Funktionsweise einer Esse.

Bürgermeister Jens Korn gestaltete unter fachkundiger Anleitung von Andreas Behrschmidt eine eigene Friedenstaube.

Die Kronacher Metall-Innung brachte sich mit Engagement in das Projekt ein. Von links: Obermeister Alfred Föhrweiser, Georg Hofmann, Dimitri Hoffmann, Ausrichter Andreas Behrschmidt, André Köstner, Daniel Horn. Es fehlen Klemens Hoffmann und Eugen Hoffmann.

Im 1.100 Grad heißen Schmiedefeuer wurden die Rohlinge für die Bearbeitung geschmeidig gemacht.

Ein kleiner Taubenschwarm ist schon am ersten Tag der Friedensaktion entstanden.